...reicht vollkommen aus. Wer einen Kulturschock erster Klasse erleben möchte, setzt sich in Frankfurt in einen Flieger nach Bangkok, steigt dort am Flughafen in einen Zug Richtung Innenstadt und lässt sich dort vom Taxi zur Khao San Road bringen. Was vor guten 17 Stunden noch ordentlich und geregelt ablief, brach hier in das totale Chaos aus. Roller und Autos nahmen sich gegenseitig die Vorfahrt, Einwohner mit Mini-Ständen am Straßenrand wollten einem Essen oder eine Fahrt im Tuk-Tuk (teilweise Motorräder mit Anhänger, teilweise Beiwägen, die an nur drei Stellen eher provisorisch seitlich an einem Motorrad befestigt sind, alles wackelt, sehr gefährlich, ist aber ein Klassiker hier) anbieten, es war heiß und es stank. So war zumindest unser erster Eindruck. Irgendwie fanden wir dann unser Guesthouse (vorher im Internet recherchiert und für gut befunden) und stellten unsere Taschen ab. Da ich dank kleiner Turbulenzen während des Fluges (der sonst sehr ruhig und ereignislos ablief) recht wenig gegessen hatte, machte mir das Klima umso mehr zu schaffen, sodass ich im Zimmer als erstes das Klo auf den Knien mit dem Inhalt meines Magens begrüßte. Welcome to Thailand! Meike besorgte im nahen 7/11 etwas Wasser und Toast, und wir machten einen kleinen Mittagsschlaf. Am Nachmittag trauten wir uns dann (zu unserem Glück) doch raus, ich eher auf wackeligen Beinen. Einen guten Kilometer von unserem Guesthouse entfernt fanden wir den Sanam Luang Park, eine offene Esplanade die etwas Ruhe versprach und zu einer kurzen Pause einlud. Danach schlenderten wir weiter zum Grand Palace und Wat Pho, leider schon geschlossen, weswegen wir es am nächsten Morgen nochmal versuchen wollten. Doch auch so gefiel uns die Gegend gut, mein Magen gab kurz Ruhe und Urlaubsstimmung machte sich breit:
Abends aßen wir dann etwas in einem kleinen Straßenlokal, schlenderten noch etwas an den Ständen vorbei und gingen schließlich zurück ins Guesthouse, um dann am nächsten Morgen nach kleinem Frühstück wieder zum Wat Pho (Tempel des liegenden Buddhas) zu wandern. Einer der berühmtesten und schönsten Tempel Thailands:
The Buddha himself:
Und durften sogar ein Gebet miterleben, wobei man sich fragen darf, wie viel davon Show war:
Nach dem Auschecken ließen wir uns dann vom Taxi zur Busstation bringen. Wer an dieser Stelle denkt, dass wir hier ein Leben im Überfluss führen: wenn man in Bangkok darauf besteht mit eingeschaltetem Taximeter zu fahren (sonst wird man schnell über den Tisch gezogen), ist ein Taxi gar nicht so teuer. Wir haben für gute 10km knapp 100 Baht gezahlt, das sind ca. 2,50 Euro. Auch sonst lebt es sich hier sehr billig: 600ml Wasser kosten 7 Baht (17 Cent) und ein Hauptgericht im Schnitt 70 Baht (1,75).
Am Busbahnhof setzten wir uns schließlich in einen Bus nach Kanchanaburi, ca zwei Stunden nordwestlich von Bangkok. In dem Guesthouse, welches wir uns im Internet ausgesucht hatten, war leider kein Zimmer mehr frei. So pilgerten wir die Straße entlang und fanden mit Glück im Unglück das Jolly Frog Backpackers: einfache Zimmer mit Bad (Klo mit manueller Spülung: eine Schüssel mit Wasser) und ohne Klima-Anlage für umgerechnet 6 Euro, dafür sehr schöner Garten mit Blick zum Wasser:
Und wenn dann noch die Sonne passend steht:
Allerdings mussten wir uns das Bad mit ein paar Kakerlaken teilen, Meike war begeistert. Unsere Weiterreise am nächsten Morgen mussten wir leider verschieben, da wir einen Stopp im örtlichen Krankenhaus anstrebten. Vom Magen her ging es mir nämlich immer noch nicht besser und hinzu kam, dass ich mir im Schlaf irgendwas ausgerenkt hatte (ja ich weiß, die Wahl zum Problemkind des Urlaubs fällt wohl ganz eindeutig aus). Nach zwei Stunden Verständigung mit Händen und Füßen und 7 Tüten Tabletten reicher konnten wir wieder zurück zum Guesthouse. Da es für die Weiterreise schon zu spät war, machten wir das, wofür der Urlaub eigentlich da ist: Entspannen. Auch Meike ging Abends sogar ohne den Boden auf Kakerlaken zu inspizieren ins Bad.
Am nächsten Morgen ging es dann endlich und mit wieder halbwegs fittem Magen im Bus zurück nach Bangkok, wo wir uns dann von einem Taxi zum anderen großen Busbahnhof kutschieren ließen, um dann mit Bus zum 6 Stunden nördlich liegenden Sukhothai zu fahren. Also es sollten ursprünglich 6 Stunden sein. Es wurden 8, und aus einer Ankunftszeit von 20.00 Uhr wurde 22.00 Uhr, die Zeit, wo ein Guesthouse in der Regel die Rezeption schließt. Doch den lieben Tuk-Tuk-Fahrer, der uns von der Busstation zum "Garden House" brachte, schreckte dies recht wenig ab. Kurzerhand klopfte er die Besitzerin aus dem Bett, welche uns dann im Schlafanzug versicherte, dass sie natürlich noch ein Zimmer für uns habe und führte uns dann sogar bis vor die Tür (es war die allerletzte von 15 in einer Reihe stehenden Holzhütten). In der "Chopper Bar" um die Ecke gab es dann noch Abendessen bevor wir uns ins Bett begaben. Zu Meikes Freude teilten wir unser Zimmer hier mit ganz vielen Geckos ("Oooh, Gecko, Gecko!"). Zumindest hielt die Freude so lange, bis sie heute Morgen beim Aufstehen auf einen Geckoschwanz trat.
Sukhothai teilt sich in den modernen Teil und in den 14 km entfernten historischen Teil. Im ersteren war unser Guesthouse, den letzteren wollten wir besuchen. Mit Bussen für 30 Baht kommt man aber ziemlich gut hin und direkt an der Bushaltestation wurden Fahrräder für weitere 30 Baht verliehen. So starteten wir dann unsere Erkundungstour:
Das waren die alten Tempel:
Und auch hier darf Buddha nicht fehlen:
Und von der Hitze etwas angeschlagen (37°C) auch meine Wenigkeit:
Heute Abend, eben, sind wir dann spontan noch zum Night Market hier in Sukhothai, wo sich auch gefühlt 99% der Bevölkerung einfand. Neben Public Viewing (Fußball ist auch hier ein anerkannter Sport) gab es unzählige Essensstände und einen Flohmarkt. Jetzt geht es ins Bett, morgen früh nehmen wir dann den Bus nach Chiang Mai.
Ein letztes Gute-Nacht-Selfie von den Pappnasen:
Bis die Tage! :)
Hi, ich bin Jonas und werde mit meiner Freundin Meike die Semesterferien in Asien verbringen. Dieser Blog dient als kleines Reisetagebuch und berichtet euch, was wir so erleben. Tschok di :)
Samstag, 5. März 2016
Kualalala Lumpur
Im Großen und Ganzen haben wir unsere Reise ziemlich gut strukturiert und abwechslungsreich gestaltet. Gestartet sind wir in Thailand, geprä...
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...oder vielleicht eher: where to spend you semester break. Meike und ich haben uns da für Süd-Ost-Asien entschieden. Was am Anfang nur eine...
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...reicht vollkommen aus. Wer einen Kulturschock erster Klasse erleben möchte, setzt sich in Frankfurt in einen Flieger nach Bangkok, steigt...
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